Baubewilligung erhalten

Nach einem aufwändigen Baubewilligungsverfahren haben wir im Juli 2017 die Baubewilligung für die Dachrenovierung inkl. Aufdachisolierung, Ausbau Estrich in Wohnung, Bau Autounterstand, Installation Solarthermieanlage und Photovoltaikanlage.

Alle Pläne und Berechnungen habe ich selbst erstellt. Für die Pläne habe ich das Open Source CAD LibreCAD (vormals QCAD) verwendet. Mit diesem CAD habe ich schon vor vielen Jahren erste Erfahrungen gesammelt. Unter anderem habe ich damit meine Holzmöbel geplant.

Die einzelnen Bauteile wie Wände und Dach habe ich mit dem Online Tool „U-Wert Rechner“ von gonon simuliert, um herauszufinden, welche Konstruktion bezüglich Wärme- und Feuchtigkeitsverhalten optimal wäre.

Den Energienachweis habe ich mit dem Online Tool enerweb von der Firma Enerhaus Web Services GmbH erstellt. Dieses Tool kann man 30 Tage kostenlos testen. Dies hat mir gereicht, um alle Daten einzugeben und den Energienachweis zu erstellen.

Das Ganze Verfahren dauerte ca. ein Jahr. Während dieser Zeit fand ein Austausch zwischen dem AGR (Amt für Gemeinden und Raumordnung) und mir statt, da gerade während dieser Zeit die Handhabung beim Bauen in der Landwirtschaftszone verschärft wurde. Wegen diesen Verschärfungen wurde z.B. der geplante Holzunterstand nicht bewilligt.

Alles in allem würde ich es jedem empfehlen, die Bauvorbereitungen selbst zu machen, wenn man sich dies zutraut. Meiner Meinung nach bringt es einem immer weiter, wenn man sich mit einem solchen Projekt intensiv auseinandersetzen muss.

Isolieren

Eine Isolation muss für uns folgende Anforderungen erfüllen:

  • 100% biologisch abbaubar
  • aus Pflanzlichen Komponenten bestehen
  • keine Tierischen Produkte enthalten
  • preislich akzeptabel sein

Diese Anforderung erfüllen zur Zeit folgende Produkte:

Flachs
Flachs kommt leider nicht in Frage, da es zu teuer ist. Die Flachsmatten bei HAGA kommen von der Deutsch/Österreichischen Flachshaus GmbH, welche nur über die HAGA als Generalimporteur in die Schweiz liefert. Dies verstösst gegen das Kartellgesetz und wird von uns NICHT unterstützt. Dies ist der Grund, warum ein solch hoher Preis für Flachs in der Schweiz bezahlt werden muss, was dem Durchbruch von alternativen Dämmstoffen schadet.

Hanf
Hock Thermo Hanf Plus WLG 040 Dämmmatten erhältlich bei https://www.bausep.de/.

Ist etwas günstiger als Flachs, braucht aber Bindefasern aus einem Fremdstoff. Bei diesem Produkt sind diese Stütz-/Bindefasern aus Maisstärke. Da Mais ein Nahrungsmittel ist, solle das eigentlich nicht für andere Produkte verwendet werden. Da es leider zur Zeit keine Alternativen gibt, müssen wir das leider so hinnehmen.

Die Kaufabwicklung bei Bausep verlief reibungslos. Sogar die angekündigte Lieferfrist wurde unterboten. Die Lieferankündigung wurde auf unseren Wunsch hin im Voraus bekanntgegeben. Dadurch konnten wir die Lieferung in Rheinfelden empfangen und in die Schweiz importieren. Solche Lieferungen können übrigens auch an Paketdienste nahe an die Schweizer Grenze geliefert werden. Die meisten Lieferanten wie bausep auch, erstatten einem bei einer durch den Deutschen Zoll abgestempelten Ausfuhrbescheinigung die Deutsche MwSt zurück.

Ich habe für die Wände, Boden und Decke zwei mal 50 mm Hock Thermo Hanf Plus WLG 040 Dämmmatten bestellt. Diese Dämmatten werden einmal waagrecht und einmal senkrecht mit einer entsprechenden Lattung eingebaut. Die Wände sind folgendermassen aufgebaut (von innen nach aussen):

  1. Verputz
  2. Gipskartonplatten
  3. Dampfsperre
  4. Hanf Isolation 50 mm
  5. Hanf Isolation 50 mm
  6. Wandschalungsbahn
  7. Hinterlüftungslattung 7 mm
  8. Holzfassade

Die Hanfmatten lassen sich sehr gut von Hand zuschneiden. Die Verarbeitung ist sehr angenehm und kann gut ohne Handschuhe gemacht werden. Sie riechen wie getrocknetes Heu. Ich habe für einen exakten Zuschnitt eine Schneidvorrichtung erstellt, welche einem Papierschneider ähnelt.

Die erste Isolationsschicht ist eingebracht. Als nächster Arbeitsschritt ist die Hinterlüftungslattung an der Reihe. Danach gehts innen mit der zweiten Isolationsschicht weiter.

Solarenergie für die Bauwagenbaustelle

Inzwischen ist viel passiert. Zwei Wochen Ferien haben ihre Spuren hinterlassen. Die Wandkonstruktionen sind fertiggestellt, die äussere Wandschalungsbahn ist zur Hälfte fertig und mit der zweiten 5 cm dicken inneren Wandhälfte wurde begonnen.

Ebenfalls wurde die Solaranlage provisorisch in Betrieb genommen. Ab jetzt liefert die Sonne die Energie für unsere Bauwagenbaustelle. Ade Atomstrom! Sonne, wir kommen!

Als nächstes wird die Lattung auf der Wandschalungsbahn für die Hinterlüftung der Fassade montiert, die Dämmung eingebaut und dann die innere Wandkonstruktion gebaut.

Wandaufbau

Wandkonstruktion erstellen

Die Wandkonstruktion im Westen ist erstellt. Die Gesamte Konstruktion basiert auf Schlitz- und Zapfenverbindungen. Diese werden mit einer Oberfräse mit Hilfe einer Schablone gefräst.

 

Neue Pläne

Inzwischen hat sich der Innenausbauplan noch einmal geändert. Der Hauptfokus wurde jetzt auf die Fensterflächen gelegt. Die grösste Fensterfläche sollte nach Süden zeigen, um viel passive Sonnenenergie nutzen zu können. Aus diesem Grund wurde der gesamte Innenausbau gespiegelt.

Wir erhoffen uns durch diese Änderungen einen lichtdurchfluteten Wohnraum mit viel Sonnenwärme und Behaglichkeit.

Dach erhöht

Inzwischen wurde das Dach erfolgreich um 70 cm angehoben. Nun ist alles bereit für den Wandaufbau.

Wände demontieren

Die Umbauarbeiten sind nun wieder einen Schritt weiter gekommen. In der Zwischenzeit ist das gesamte Täfer rings herum abmontiert.

Die Vorbereitungen um das Dach anheben zu können sind voll im Gang. Die neue Schweissanlage Apex Easy MIG 200 steht für die Schweissarbeiten beim Erhöhen der vier Dachstütze bereit. Der Stahlrahmen der alten Doppeltüre wurde entfernt. Dies war eine mühselige Angelegenheit, da der Rahmen innen an den oberen U-Profilen der Dachträger angeschweisst war. Für diese Arbeit hätte ich mir ein Fein Multitool gewünscht. Nach mehreren Stunden mit meiner 115 mm Makita GA4530 hatte ich am Samstag doch noch Erfolg.

Nun fehlen noch Spriessen (Deckenstützen), um den Hubvorgang durchzuführen. Diese möchte ich gerne für ca. zwei Wochen in der Nähe ausleihen.

Planung

Natürlich haben wir schon einen Plan, wie wir das Wageninnere ausbauen möchten:

Ausbauplan

Mit der Gestaltung des Bades sind wir noch nicht ganz zufrieden. Allfällige Ideen nehmen wir sehr gerne entgegen!

Unser Bauwagen ist nun fast ausgehöhlt

Inzwischen ist beinahe der Ganze alte Innenausbau abgebaut. Ein Teil des Holzes kann wiederverwendet werden. Der grosse Teil muss allerdings entsorgt werden. Darunter hat es faules Holz, Pavatex Platten und sehr, sehr schwere Spanplatten. Entsorgt wird dieses Altholz später, da noch viel von den Wänden dazu kommen wird.

Bald können wir mit dem Aufbauen beginnen. Dazu benötigen wir dann Strom für die Maschinen und ein Schweissgerät. Ich liebäugle mit einem Apex Easy MIG Combi 200. Für die Dacherhöhung benötigen wir noch 5 Deckenstützen (Spriessen), um in der Übergangszeit zwischen dem Durchtrennen und Schweissen der vier Stützen das Dach abzustützen.

Alter Innenausbau entfernen

Heute wurde der hintere Teil des alten Innenausbaus entfernt. Nun wurde endlich das Grundgerüst sichtbar. Als tragender Teil existiert ein Stahlrahmen. Darauf steht das Dach. Die Seitenelemente sind aus Eichenholz vorwiegend mit gestemmten Holzverbindungen (Zapfen in Langloch) verbunden. Ein Teil der Wandkonstruktion ist leicht angefault. Dieser muss noch ausgewechselt werden.

Wir wollen alle Wände um 70 cm erhöhen, damit mehr Raumhöhe entsteht. Die Konstruktion soll beibehalten und möglichst viel Holz wiederverwendet werden, um Kosten und Ressource zu sparen.

Alles muss raus!

Als erstes muss alles raus gerissen werden. Wir benötigen Platz für Neues. Es soll das Dach um ca. 70 cm gehoben, die Aussenwände erneuert und Decke, Wände und Boden mit 10 cm Flachs isoliert werden. Bis das alles gemacht ist, werden sicher noch ein paar Tage Arbeit notwendig sein…

Jepeee, Arbeiten macht Spass!

Transport erfolgreich durchgeführt

Nun steht unser schöner 69er bei uns in der nähren Umgebung des Bau und Hobbys. 69er, weil er Baujahr 1969 hat. Trotz seines Alters ist er in einem super Zustand. Er fuhr ohne schlendern immer schön dem Zugfahrzeug auf der vierstündigen Fahrt nach. Das Fahrwerk ist also top! Gezogen wurde er mit einem Dodge RAM der Transportfirma http://www.transport4you.ch/. Vielen herzlichen Dank für den super netten Transport.

Der Bauwagen hat ein Schweizer Einkreis Druckluftsystem, was übrigens mit dem Zweikreis System kompatibel ist. Es muss nur der Gelbe Anschluss verbunden werden, damit die Bremsen funktionieren. Die Beleuchtung wurde mit 24 Volt betrieben. Zum Glück wurde ein normaler 7 Pol PKW Stecher benutzt mit gleicher Pinbelegung. Zum Umbauen auf 12 Volt musste ich nur noch die Glühbirnen auswechseln. Zum Glück hatte ich das schon geahnt und mir vorher genügend Birnen P21W und P10W besorgt.